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Nach Besitzerwechsel wird Angebot auf Burg Guttenberg erweitert - Geld für Restaurierung

Neckarmühlbach (ddp-bwb). Der mächtige Adler hebt mit Schwung ab, die Zuschauer halten den Atem an. Nachdem der Raubvogel elegant seine Runden über Burg Guttenberg gedreht hat, landet er wieder auf dem Arm des Falkners. Für Familie Bender, die seit Jahren kommt, hat sich der Ausflug auch diesmal gelohnt. «Es war wirklich ein Naturerlebnis», begeistert sich Achim Bender, der mit Frau und Söhnen im Publikum sitzt. Was Familien in ihrer Freizeit genießen, will die Greifenwarte auf der Burg zwischen Heilbronn und Mosbach künftig gezielt auch anderen Besuchergruppen anbieten. Managern etwa, die Inspiration suchen, oder Schülern, die dort anschaulichen Unterricht bekommen.

Für den Herbst sind erstmals sogar spezielle Greifvogel-Seminare für Hundebesitzer geplant. Verantwortlich für die zum Teil exotische Erweiterung des Angebots ist der 45 Jahre alte Burgherr, Bernolph von Gemmingen-Guttenberg. Vor wenigen Monaten hat er die Deutsche Greifenwarte in Neckarmühlbach, die zu den ältesten privaten Forschungszentren für Greifvögel in Europa zählt, von deren Gründer Claus Fentzloff übernommen.

«Viele Menschen interessieren sich für die Greifvögel. Dem wollen wir gerecht werden», sagt der Freiherr, der den Alltag in der Greifvogelwarte von Kindesbeinen an kennt. Und er hat gemerkt, dass etwa die Anmeldungen vonseiten der Unternehmen zunehmen. Den Managern geht es nicht nur um die Faszination für die eleganten Vögel. Zwar gehen auch die Geschäftsleute mit Förster, Falkner und einem kleinen Greifvogel auf Exkursion. Doch im Mittelpunkt stehen Flora und Fauna - und somit das Thema Nachhaltigkeit, wie Bernolph von Gemmingen-Guttenberg sagt.

Die Wälder, die Tier- und Pflanzenwelt rund um Burg Guttenberg gelten als ein Ergebnis nachhaltigen Wirtschaftens. «Hätten beispielsweise unsere Vorfahren vor Hunderten von Jahren nicht bestimmte Bäume gepflanzt, würde der Wald anders aussehen», sagt der Burgherr, dessen Ahnen schon Mitte des 15. Jahrhunderts auf der Stauferburg lebten. Die Manager versuchen, diese Hunderte Jahre währenden Prozesse zu verinnerlichen, und so pflanzen sie, die sonst vor allem in der Dauer von Quartalsberichten denken, Bäume an. Oder sie bauen Hochsitze und sehen dem Bussard beim Jagen zu.

Der Burgherr, die vier Falkner der Greifenwarte und der neue Geschäftsführer Torsten LeLeux wollen aber auch die Naturverbundenheit von Jugendlichen fördern. Gerade Schüler aus umliegenden Großstädten wie Heilbronn, Karlsruhe oder Mannheim können auf der Burg einen Einblick in ökologische Abläufe gewinnen. «Die Kinder und Jugendlichen erleben einen echten Raubvogel, sie können ihn halten und ihm über das Gefieder streicheln.» Das seien unmittelbare Eindrücke, die keine, noch so aufwendige Spielkonsole vermitteln könne, sagt LeLeux.

Auch Rittermahle, Mittelalterfeste, Museumsführungen und nicht zuletzt die Flugschauen sind gut besucht. Manche befürchten, die Burg könnte ihren Charme verlieren, sollte die Kommerzialisierung noch weiter voranschreiten. Das ist dem Freiherrn bewusst, wie er versichert: «Es ist ein Spagat, bei dem wir natürlich auch auf Nachhaltigkeit achten müssen.» Aber die Vermarktung des mittelalterlichen Ambientes und der Greifvögel diene vor allem dem Erhalt der Burg, die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut wurde und zu den wenigen unzerstörten Stauferburgen zählt.

«Wir haben einen steten Renovierungsdruck», sagt der Burgherr. An Dächern, Fassaden und Mauern nage der Zahn der Zeit. Erst jüngst sei die große Schildmauer für einen sechsstelligen Betrag ausgebessert worden. Zwar gäben auch staatliche Institutionen wie das Landesdenkmal oder die Deutsche Denkmalstiftung Geld für solche Vorhaben, doch der Eigenanteil der von Gemmingen-Guttenbergs sei erheblich.
(ddp)

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