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Wolfs-Fütterung beschert Wildpark Schorfheide einen Besucheransturm

Groß Schönebeck (ddp-lbg). Alleine schon der nächtliche Weg zu den Bewohnern des Wildparks Schorfheide ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Im Schein Dutzender Fackeln tasten sich Besucher durch die Dunkelheit des riesigen Parks im Norden Brandenburgs. Auf den Feldern abseits der Wege dröhnen die Hufschläge aufgescheuchter Wildpferde. Kraniche, die im Schutz der Dunkelheit dort rasten, schreien aufgeregt. Vor dem Wolfsgehege, dem eigentlichen Ziel der Wanderung, herrscht jedoch zunächst nur gespanntes Warten. Lange Minuten liegen die als Köder ausgelegten Fleischbrocken einsam im Kegellicht der Scheinwerfer.

Plötzlich blitzen im Unterholz mehrere grünlich leuchtende Augenpaare auf. Ein Wolf nach dem anderen pirscht sich aus dem Dickicht heran und schnappt blitzschnell zu. Dieser kurze, aber schaurig-schöne Anblick fasziniert selbst gestandene Tierbeobachter. «Die Wölfe in dieser Atmosphäre zu erleben, hat einen ganz besonderen Reiz. Die Spannung, bis sie kommen und blitzschnell wieder verschwinden, ist schon einzigartig», sagt Detlef Reinhardt aus Wandlitz, der mit einer Seniorengruppe die Wanderung gebucht hat.

Am Ende wird für ihn und die 40-köpfige Gruppe sogar die Tür zum Gehege geöffnet, um einen unverstellten Blick auf die Tiere zu erhaschen. Allerdings dauert die atemberaubende Szene nur so lange, bis sich mehrere Wölfe aus der Dunkelheit auf zwei, drei Meter an das Schlupfloch herantrauen. «Eigentlich interessieren sich unsere Wölfe so gut wie gar nicht für die Tür, heute scheinen sie aber extrem neugierig zu sein», sagt Wildparkchefin Imke Heyter, ehe sie vorsichtshalber die Tür wieder schließt.

Dass ihre 18 Wölfe nicht die Einzigen in der Schorfheide sind und auch freilebende Exemplare durch die ausgedehnten Wälder rings um den Wildpark streifen, davon ist Imke Heyter überzeugt. «Vor einigen Jahren haben wir mit Funkmikrofonen mal nach draußen gelauscht und auf das Heulen unserer Wölfe eine Antwort bekommen», erzählt die 36-Jährige.

Die Wahrscheinlichkeit, diese Tiere jemals zu Gesicht zu bekommen, schätzt sie jedoch als aussichtslos ein. «Die Wolfswelpen erhalten gleich in den ersten zehn Lebenstagen durch ihre Mutter eine negative Prägung auf den Todfeind Mensch. Dadurch sind sie sehr vorsichtig und extrem scheu. Wenn man also glaubt, in freier Natur einen Wolf zu sehen, ist das schon ein sicheres Zeichen, dass es keiner ist», sagt Heyter.

Das faszinierende Wesen Wolf dem Menschen näher zu bringen, ist Heyters Anliegen im Wildpark Schorfheide, wo 1997 mit dem Aufbau eines Wolfsrudels begonnen wurde. Die Wolfsfütterungen bei Nacht sind das jüngste Projekt des Parkes, in dem auf 100 Hektar Land insgesamt 200 seltene Tiere beheimatet sind. Ursprünglich geplant war nur ein Termin im Monat, jeweils zum Vollmond.

«Nach der Premiere im Februar dieses Jahres konnten wir uns vor Anfragen aber kaum retten und mussten den eigentlichen Plan schnell wieder verwerfen», sagt Heyter nach der nunmehr fünften Wanderung binnen weniger Wochen. Von diesem Erfolg angespornt, will sie nun einen anderen, ebenfalls schwer sichtbaren Bewohner Brandenburgs in das schaurig-schöne Nachtspektakel einbeziehen. «Ab April locken wir unsere Fischotter für die Besucher mit Fisch aus ihren Verstecken», kündigt Heyter an. (ddp)

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