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Tausende Tiere sterben jährlich auf Hessens Straßen - Autofahrer sollen Rücksicht üben

Wetzlar (ddp-hes). Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert zum Beginn der Krötenwandersaison einen besseren Schutz der Amphibien. Die Naturschützer ermahnten Autofahrer, wegen der Laichwanderung der Kröten auf Hessens Straßen besonders rücksichtsvoll zu fahren. NABU-Sprecherin Sibylle Winkel sagte, jedes Jahr stürben auf den Straßen Tausende von Tieren. Sie werden entweder von Autos überrollt oder vom Strömungsdruck getötet. Auch vom Land Hessen forderte der NABU einen besseren Schutz von Kröten, Fröschen und Molchen.

Die Kraftfahrer sollten dabei nicht nur an die Gefahr für die Tiere denken, betonte der Landesverband des NABU. Auch die etwa 250 Helfer, die Tiere sammeln, um sie über die Straßen zu bringen, seien durch den Verkehr einem hohen Risiko ausgesetzt. «Auch wenn die Helfer mit leuchtenden Signaljacken ausgestattet sind, kommt es immer wieder zu unangenehmen Situationen, weil viele Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind», sagte Winkel.

Zwar lassen sich jedes Jahr erneut Helfer mobilisieren, doch das Krötensammeln ist nach Angaben des Darmstädter Umweltschützers Georg Benz in den vergangenen Jahren etwas aus der Mode gekommen. Der 81-Jährige sammelt nach eigenem Bekunden nach wie vor «aus Liebe zur Kreatur» Amphibien ein. Allerdings habe die Zahl der Mitstreiter abgenommen. «Das ist problematisch, zumal das Straßennetz immer weiter ausgebaut wird», sagte er.

Winkel wies darauf hin, dass alle Amphibien nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt werden müssten. «Die Naturschutzbehörden sind gehalten, diesen Schutz umzusetzen. Allerdings passiert in Hessen noch immer zu wenig», kritisierte die NABU-Sprecherin

Nach Auffassung des NABU wäre es wichtig, dass der Schutz der Tiere schon beim Bau neuer Straßen berücksichtigt wird: «Es wäre in den meisten Fällen durchaus möglich, an den betroffenen Stellen Amphibienleitsysteme beziehungsweise Durchgänge für Kleintiere zu bauen», sagte Winkel. Gerade diese kleinen Tunnels wären sinnvoll, da sie nicht nur für Amphibien, sondern auch für Hasen, Füchse und Igel die Chance böten, Straßen problemlos zu überqueren.

Bedauerlicherweise würden solche Vorhaben jedoch oftmals mit dem Verweis auf die schlechte Finanzlage abgelehnt. «Das ist aus unserer Sicht ein vorgeschobener Grund. Denn wer Straßen baut, der hat auch Geld für einen kleinen Durchlass, der unter der Fahrbahn hindurchführt.» Der Landesverband habe die Landesregierung bereits aufgefordert, bei Straßenbauprojekten auch mit dem NABU in Kontakt zu treten. So könnte der Amphibienschutz an geplanten und bestehenden Straßen gemeinsam abgestimmt werden, sagte Winkel. Eine Antwort stehe aber noch aus.(ddp)

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