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Plage soll verhindert werden - Bis zu 24 000 Tiere sollen erlegt werden

Erfurt (ddp-lth). Jagd- und Bauernverbände haben gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium eine Vereinbarung zur Reduzierung des Wildschweinbestandes in Thüringen geschlossen. Eine verstärkte Bejagung der Tiere sei nötig, weil eine Überpopulation «zum einen zu hohen Schäden in der Landwirtschaft führt und zum anderen die latente Gefahr eines Seuchenausbruches birgt», sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, Steffen Liebig, am Freitag in Erfurt. In Thüringen ist Liebig zufolge schon über Jahre hinweg ein kontinuierlicher Anstieg des Schwarzwildbestandes zu beobachten. Ziel müsse es deshalb sein, die Population wieder auf einen angemessenen Umfang zu reduzieren. In diesem Jahr rechnet Liebig mit bis zu 24 000 geschossenen Wildschweinen.

Auch der stellvertretende Präsident des Bauernverbandes, Helmut Gumbrecht, warnte vor dem Folgen einer übermäßigen Wildschweinpopulation: «Es wäre verheerend für die Landwirtschaft, wenn bei uns die Schweinepest ausbrechen würde». Zudem seien die Bauern des Freistaates wegen der Wildschäden «äußerst besorgt», die umherziehende Wildschweine vor allem in den Mais- und Rapsfeldern verursachen.

Die Gesamtzahl der in Thüringen lebenden Tiere vermochte keiner der Verbandsvertreter abzuschätzen. Von einer Wildschweinplage könne man zwar noch nicht sprechen, räumte Liebig ein. Man habe aber schon jetzt geeignete Maßnahmen treffen wollen, «um es soweit erst gar nicht kommen zu lassen». Zumal Wildschweine als sehr anpassungsfähige Tiere gelten und sich schnell vermehren.

Der Leiter der Forstabteilung im Landwirtschaftsministerium, Karl Friedrich Töne, sagte, es sei erfreulich, dass man das Problem nicht über den Gesetzesweg löse, «sondern im Zuge einer Vereinbarung». Auch die Wildschäden würden zwischen Jäger und Landwirt vielfach noch einvernehmlich durch Arbeitseinsätze oder Naturalienausgleich beglichen, sagte Töne. Deshalb sei es wichtig, den Schaden für die Bauern auch zukünftig in erträglichen Grenzen zu halten. Sonst müssten die Jäger damit rechnen, für Wildschäden in Zukunft vermehrt zur Kasse gebeten zu werden.

Der neun Punkte umfassende Aufruf richtet sich an Jäger, Landwirte und Grundeigentümer und empfiehlt unter anderem den verstärkten Abschuss von Jungtieren und den Schutz von gefährdeten landwirtschaftlichen Flächen durch Elektrozäune. Außerdem sollen Jäger bei der Wildschweinjagd in Zukunft revierübergreifend kooperieren. Unterzeichner des Papieres sind der Bauernverband, der Landesjagdverband, der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber und die Forstbehörde des Landwirtschaftsministeriums. (ddp)

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