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Politkomödie über Problembär Bruno kommt ins Fernsehen - Viel Klamauk und Herzschmerz

München (ddp-bay). Mehr als zweieinhalb Jahre ist es her, dass Braunbär Bruno Bayern in Aufruhr versetzte. Sein Abschuss in der Nacht zum 26. Juni 2006 sorgte bei nicht nur bei Tierschützern im ganzen Land für blankes Entsetzen. Wesentlich besser soll es dem berühmten Problembären jetzt in einem vom Bayerischen Rundfunk und dem ORF koproduzierten Fernsehfilm mit dem Titel «Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno» gehen. Am 25. Februar ist der Film um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Die Macher versprechen eine «ironische, grenzübergreifende Komödie», inspiriert vom «realen Wahnsinn». Am Dienstag feiert der Film in Innsbruck Premiere.

Herausgekommen sei «eine Satire, eine Farce, eine Politkomödie der Sonderklasse», schwärmt Regisseur Xaver Schwarzenberger von seinem Werk. Der Film sei regelrecht «eine anarchistische Angelegenheit für das katholische Bayern». Tatsächlich versucht der Fernsehfilm aber etwas krampfhaft, die Hysterie um den im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet herumstreunenden Braunbären aufs Korn zu nehmen.

Protagonisten um die Problembärenjagd sind die naive Tierschützerin Linde Blümel (Nadeshda Brennicke), der vor Jahren in die USA ausgewanderte Jäger und Bärenexperte Hubert Wolfgruber (Fritz Karl) und Zoodirektor Konrad Rettensteiner (Harald Krassnitzer), der für seine brünftige Bärendame Cilly in Bruno ein passendes Männchen wittert. Auch ein Imitator des bayerischen Ex-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber wird von Zeit zu Zeit eingeblendet, um die Notwendigkeit für Brunos Abschuss mit vielen gestotterten «Ähs» zu erläutern. Am Rande der Bärenjagd kommt noch viel Herzschmerz ins Spiel: Sowohl Wolfgruber als auch Rettensteiner verlieben sich in die blonde Tierschützerin Blümel - am Ende wartet eine gefühlstrunkene Herzensentscheidung aufs Fernsehpublikum.

Einige Male driftet die Handlung rund um die Bärenjagd jedoch in arg plumpen Klamauk ab. Spätestens dann, wenn die beiden aus Finnland eingeflogenen Bärenjäger im Leningrad-Cowboys-Outfit mit ihren Schoßhündchen im Schlepptau in Szene treten. Mit ihren blonden Haartollen und den übergroßen Schnabelschuhen stapfen sie aufgeregt durchs bayerisch-österreichische Bergland. Ebenfalls recht grotesk mutet der Auftritt eines bayerischen Indianers (Eisi Gulp) an, der in Winnetou-Manier ab und an durchs nebelige Bild reitet oder mit einem Bärenfell auf dem Rücken ums Lagerfeuer tanzt. Auch dass sich Zoochef Rettensteiner und Abenteurer Wolfgruber bei der Brunojagd mit Betäubungsmunition gegenseitig bewusstlos schießen, entspricht nicht jedermanns Humor.

Braunbär Bruno selbst - abwechselnd «gespielt» von zwei Zirkusbärendamen aus Münster - wird im Film als gutmütiger Zeitgenosse dargestellt, der es lediglich auf ein paar Bienenstöcke und die erfrischende Maß Bier eines Bergwanderers abgesehen hat. Beim großen Showdown am Rande einer Schlucht glaubt die aufgehetzte Jägerschaft zwar, Bruno abgeschossen zu haben. Der Film bietet den Fans des Problembären am Ende aber eine - doch recht absehbare - Überraschung. Schließlich, verkünden die Filmemacher vor der Premiere, könne man den Bären doch nicht noch einmal einen so grausigen Tod sterben lassen wie damals vor mehr als zweieinhalb Jahren «im richtigen Leben». (ddp)

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