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Zentrum in Bad Waldsee kümmert sich um Hunde, Katzen und Papageien Bad Waldsee (ddp-bwb).


Ohne Luna wäre das Tier-Service-Zentrum in der Nähe von Bad Waldsee wohl nie entstanden. Stattdessen würde es auf der rund 70 000 Quadratmeter großen ehemaligen Geflügelfarm wohl immer noch von Hühnern wimmeln. Luna, der drei Jahre alte Labrador-Mischling, gehört einem Bekannten von Horst Fallenbeck und Andreas Becker, denen das Grundstück gehört. Weil der Besitzer kurzfristig verreisen musste, suchte er nach einer Unterkunft für Luna. Fallenbeck und Becker sagten kurzfristig zu. Aus dem Urlaubsaufenthalt von Luna wurde eine Geschäftsidee. Becker und Fallenbeck sind die Eigentümer eines Tier-Service-Zentrums, das eine Art Rundum-Versorgung für Tiere anbietet.

Als der Bekannte auf Fallenbeck und Becker zuging, betrieben die beiden noch einen Legebetrieb mit Freilandhühnern - 7000 an der Zahl. Doch das Geschäft lief nicht so gut, und da die Futterpreise deutlich anstiegen, hätten die beiden Unternehmer die Hühnerzahl verdoppeln müssen. «Eine solche Massentierhaltung hätte aber nicht unseren Vorstellungen von Tierschutz entsprochen», sagt Fallenbeck.

Also musste eine neue Idee für die Nutzung des großen Grundstücks her. «Etwas ganz Neues. Schließlich kopiere ich nicht gerne Sachen», sagt Fallenbeck. Reine Tierhotels gebe es schließlich schon zahlreiche in Deutschland. Was Fallenbeck und sein Partner anbieten wollten, war eine Art «ADAC für Tiere», wie sie sagen. «Wir wollten etwas schaffen, wo alles unter einem Dach vereint ist. Ähnlich wie in einem Einkaufszentrum, wo die Leute hinfahren, einkaufen, den Kofferraum aufmachen und dann alles haben», erklärt Becker. Neben dem Tierhotel beinhaltet das Gebäude nun also auch eine Tiertagesstätte, eine Physiotherapie-Einrichtung und einen Hundesalon. Auch Rechtsberatungen, Suchdienste und ein Tiertaxi werden angeboten.

Im November 2008 öffnete das Tier-Service-Zentrum. «Es war ein Wagnis von vornherein. Ich habe immer gesagt, wenn es schief geht, dann ist das der schnurgerade Weg in die Insolvenz», sagt Fallenbeck. Doch bisher ging es gut. Seit November haben schon über 100 Tiere in den acht Zimmern des Tierhotels übernachtet. Auch die anderen Serviceangebote seien bereits von zahlreichen Kunden genutzt worden, sagt Fallenbeck. Dazu gehört auch die Übernahme der Bestattung, falls das Haustier einmal stirbt. Derzeit verhandeln Fallenbeck und Becker über die Einrichtung eines Tierfriedhofs auf dem Gelände zu diesem Zweck.

Und schließlich können Tierbesitzer so etwas wie das «Rundum-Sorglos-Paket», wie es Fallenbeck nennt, im Tier-Service-Zentrum buchen. Darin enthalten sind ein jährlicher Gesundheitscheck bei einem der Tierärzte, mit denen das Service-Zentrum eine Kooperation eingegangen ist, sowie zwei kostenlose Übernachtungen im Tierhotel und zahlreiche andere Leistungen.

Auf eine zusätzliche Idee sind Fallenbeck und Becker in den vergangenen Wochen durch den Chihuahua Octavia gekommen. Der zwei Jahre alte Hund gehört einem Pfarrer, der einen Schlaganfall erlitten hatte und ins Krankenhaus musste. Seitdem ist Octavia im Tier-Service-Zentrum untergebracht. In Zukunft wollen Becker und Fallenbeck deshalb eine Risiko-Absicherung anbieten, bei denen ähnlich einer Lebensversicherung das Zentrum im plötzlichen Pflege- oder Sterbefall des Besitzers die Versorgung des Tieres übernimmt.

Wie Octavia sind die meisten Gäste im Service-Zentrum Hunde. Immer mal wieder werden aber auch Katzen und Papageien vorbeigebracht. Daneben betreiben die beiden Unternehmer auch eine Igel-Auffangstation. «Dazu haben wir einen Fachmann. Es kam schon vor, dass uns Leute aus Hannover angerufen haben, denen ein Igel zugelaufen ist und sie wissen wollten, wie sie diesen nun versorgen», sagt Fallenbeck.

Exoten nimmt das Service-Zentrum allerdings nicht auf. «Wir wollen uns ja auch optimal um die Tiere kümmern. Und Exoten sind einfach sehr speziell», erklärt Fallenbeck den Ausschluss. Im Notfall würde man sie aber wohl auch aufnehmen. «Dafür sind wir viel zu sehr um die Tiere besorgt.» So haben es die beiden jungen Männer auch nicht geschafft, alle Hühner wegzugeben. Ein paar Hundert Hühner befinden sich immer noch auf dem Gelände. (ddp)

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