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  Außengehege weiter gut frequentiert - Frostige Temperaturen bedeuten mehr Arbeit für Pfleger

Schwerin (ddp-nrd). Jedes Tier hat seine eigene Art mit der seit Wochen anhaltenden Winterkälte umzugehen. Während Murmeltiere und Waschbären die derzeitigen Minustemperaturen einfach verschlafen, laufen Kapuzineräffchen, Giraffen und Löwen und Nashörner in den mecklenburg-vorpommerischen Zoos trotzdem gerne im Freigehege herum. «Hauptsache ist, dass sie einen warmen Ort haben, an den sie zurückkehren können», sagt Frank Tetzlaff, Obertierpfleger im Heimattierpark Greifswald. Insgesamt sehen die Zoos im Land die Kälte gelassen: Auf frostige Wintertemperaturen sei man vorbereitet, Minusgrade bedeuteten allerdings mehr Arbeit für die Tierpfleger, lautet der Tenor.

«Die Tiere wollen raus, auch bei Minustemperaturen», sagt Mirko Daus, Leiter der Tierpflege im Schweriner Zoo. Steppentiere wie Giraffen seien von Natur aus an kältere Temperaturen gewöhnt, andere hätten sich den klimatischen Gegebenheiten in Norddeutschland bereits angepasst. Einige Stunden am Tag verließen die meisten Tiere gerne ihre beheizten Innengehege. Trockene Kälte und Sonnenschein machten ihnen auch bei Minusgraden nicht so viel aus. Hingegen würden sie sich bei nasskaltem Wetter lieber im Warmen verkriechen.

Das Faultier muss in Schwerin allerdings drinnen bleiben. Eigentlich in tropisch-warmen Gebieten zu Hause, ist es laut Daus einfach zu empfindlich für norddeutsche Wintertemperaturen. «Es könnte sich erkälten oder gar eine Lungenentzündung holen», erklärt er.

Bei Glatteis werden im Schweriner Zoo auch die Flamingos einquartiert. Die Gefahr, dass sie sich ihre langen Stelzfüße brechen oder an gebrochenem Eis verletzen, sei einfach zu groß, sagte Daus. Auch die langbeinigen Giraffen dürften dann nicht ihr Gehege verlassen.

Damit Schwäne und Gänse in den kalten Nächten beruhigt schlafen können, wird im Tierpark Greifswald wärmeres Wasser auf die Oberfläche der Teiche gepumpt. Auf dem so von Eis freigehaltenen Wasser seien die Tiere sicher vor hungrigen Füchsen, die immer mal in den Tierpark eindrängen. Im Schweriner Zoo bekommen die Wasservögel extra viel Stroh angehäuft, damit ihre Beinchen nicht zu kalt werden. Im Vogelpark Marlow treiben Mitarbeiter die Kronenkraniche, Waldrappen und Papageien, die abends nicht freiwillig ins Warme wollen, zu ihrer Sicherheit «freundlich, aber bestimmt» in die Vogelhäuser, wie Parkleiter Matthias Haase berichtet.

Pudelwohl fühlen sich bei den Wintertemperaturen Tiere, die ursprünglich aus arktischen Gebieten stammen. So freuen sich die Schneeeulen in Greifswald, die derzeit laut Tetzlaff sehr munter sind. «Der Polarfuchs ist in seinem Element, der fühlt sich wie im Urlaub», berichtet auch Reinhard Kaczmarek, Inspektor des Tierparks in Wismar. Im Rostocker Zoo drehen derweil die Eisbären unberührt ihre Runden. Die Kälte mache ihnen natürlich nichts aus, sagt die für den Tierbestand zuständige Kuratorin Antje Zimmermann. Allerdings seien auch sie in der Winterzeit nicht so aktiv wie sonst.

Bei den Minusgraden haben die Tierpfleger mehr Arbeit. In Wismar seien die Pfleger vor allem mit dem Auffüllen der Wassertränke beschäftigt, berichtet Kaczmarek. Normalerweise erfolge die Bewässerung der Tränken durch ein ausgeklügeltes Schlauchsystem. Die Schläuche könnten jedoch zufrieren und dann platzen.

Daher bewässerten die Pfleger derzeit von Hand, sie könnten die Tränken zudem nicht komplett auffüllen, um ein längeres Stehen des Wassers und damit ein Zueisen zu vermeiden. «Wir sind daher ständig mit Nachfüllen beschäftigt», sagt Kaczmarek. Weil weniger Wasser in der Tränke sei, entstehe ein regelrechter «Futterneid» und die Tiere ließen einander "kaum mehr ran».

Hilfe bei der Nahrungssuche während der frostigen Tage erhalten die rund 50 Tiere im städtischen Wildgehege in Putbus auf der Insel Rügen. Sie bekommen zwei Mal wöchentlich eine Fuhre Rüben als Zusatzfutter. In der seit 1833 existierenden, acht Hektar großen Anlage leben Rot- und Damwild einträchtig zusammen. (ddp)

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