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Trauerschwan «Petra» seit Anfang Januar vermisst - Spur weist nach Xanten

  Münster/Xanten (ddp-nrw). Seit Anfang Januar fehlt Rita Thieme eine «gute Freundin». Seitdem wird der nach einer Liason mit einem schwanenförmigen Tretboot bekanntgewordene Trauerschwan aus Münster, die «schwarze Petra», vermisst und unter anderem mit einer großen Plakataktion gesucht. Von ihrem Arbeitsplatz in der Gaststätte «Zum Himmelreich» hat Thieme einen Blick auf den Aasee, wo der Schwan sich sonst immer aufhielt. Nun ist er verschwunden - und die als Küchenkraft arbeitende 47-Jährige ist traurig: «Da fehlt schon etwas. Das ist so, als wenn ein Freund oder eine Freundin Sie verlässt."

Thieme gilt am Aasee als «Schwanenmutter». Seit knapp zwei Jahren hatte sie die «schwarze Petra» zwei- bis dreimal pro Tag mit Futter versorgt. «Ich bringe ihr Körnerfutter und Salat», erzählt sie. Dadurch sei der Vogel immer zutraulicher geworden. «Sie ist handzahm und reagiert auf meinen Pfiff», sagt Thieme. Als gelernte Tierpflegerin weiß die 47-Jährige, wie sie mit Tieren umgehen muss.

Die «Schwanenmutter» ist überdies Mitglied in dem im Oktober 2008 gegründeten Freundeskreis «Schwarze Petra». Der Freundeskreis, dem knapp 60 Mitglieder angehören, organisiert auch die Suche nach dem Vogel. Und da gibt es mittlerweile eine heiße Spur. So soll die «schwarze Petra» Hinweisen aus der Bevölkerung zufolge an einer Seeplatte in Xanten entdeckt worden sein. Es sei durchaus vorstellbar, dass der Schwan die rund 100 Kilometer von seinem bisherigen Revier am Aasee dorthin geflogen sei, weil er möglicherweise ein offenes Gewässer suche, sagt der Mitinitiator des Freundeskreises, Reinhold Wiens.

«In den vergangenen Tagen haben zahlreiche Bürger aus Xanten Fotos geschickt, auf denen ein zahmer Trauerschwan zu sehen ist. Ob es sich dabei um die ´schwarze Petra´ handelt, ist derzeit aber noch nicht geklärt», betont Wiens. Er hofft nun auf ein Bild des rechten Fußes des Vogels - sollte dort ein Teil des Knochens fehlen, dürfte es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um die «schwarze Petra» handeln. Dem Tier wurde bei einer Operation ein Teil des Knochens entfernt.

Sollte die Identität des Vogels weiter unklar bleiben, will Wiens demnächst - möglicherweise schon am kommenden Sonntag - mit Thieme nach Xanten fahren. Dort soll die «Schwanenmutter» den Schwan anhand seines Verhaltens identifizieren. Auch wenn sich dabei herausstellt, dass es sich wirklich um die «schwarze Petra» handelt, soll das Tier in Xanten bleiben. «Das ist ja ein Wildtier. Da muss man ihm seine Freiheit zubilligen», erläutert Thieme.

Der Trauerschwan war bekanntgeworden, weil er sich im Frühjahr 2006 in ein weißes Tretboot in Schwanenform verliebt hatte und nicht mehr von dessen Seite gewichen war. Die ungewöhnliche Liaison hatte bis ins Ausland für Schlagzeilen gesorgt. Eine vorübergehende «Beziehung» zu einem Höckerschwan im Allwetterzoo Münster, wo die «schwarze Petra» ein Winterlager bezogen hatte, war nicht von Dauer gewesen.

Nach der Rückkehr auf den Aasee sei die Liebe der «schwarzen Petra» zu dem Tretboot allerdings etwas erkaltet. «Zuletzt war sie nicht mehr so darauf fixiert», sagt Thieme. Die «Schwanenmutter» plant auf jeden Fall einen Besuch am Niederrhein. Falls es am kommenden Wochenende noch nicht klappt, werde sie das Tier eben zu einem anderen Zeitpunkt besuchen, betont sie. Einer «alten Freundin» bleibt man halt treu. (ddp) )

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