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  Revierleiter Carsten Knott füttert die Menschenaffen im Frankfurter Zoo

  Frankfurt/Main (ddp-hes). Ein lauter Schrei schrillt durch den finsteren Borgori-Wald. Gerade als Carsten Knott gegen sieben Uhr seinen Rundgang durch die 10 000 Quadratmeter große Affenanlage des Frankfurter Zoos beginnt, bemerkt er den Aufruhr im Orang-Utan-Gehege. Das Männchen Charlie hangelt sich an den Ästen und Seilen entlang, Chambi und Galdikas schreien, während das Weibchen Sirih am Boden liegt. «Bekommt die Sirih vielleicht ihr Junges?», mutmaßt ein Tierpfleger.

Hessenweit ist Frankfurt laut Knott der einzige Zoo, der Menschenaffen beheimatet. Neben den Orang-Utans werden in Frankfurt zudem Bonobos, Gorillas und Drills gehalten. Erst im Mai 2008 sind die 31 Affen in ihr neues Zuhause umgezogen, das laut Knott eine «einzigartige Qualität» der Haltung ermöglicht. In diesem Frühjahr steht dann die Eröffnung der Außenanlage an, die zusätzlich 2600 Quadratmeter Fläche bietet.

Knott und seine Kollegen verständigen die Tierärztin Christina Geiger, die sich um Sirih kümmern soll. Bis die Kollegin eintrifft, versorgt Knott die Menschenaffen mit ihrem Frühstück. In einem großen Eimer rührt der 46-Jährige einen Brei aus Sojaschrot, Apfelmus, Molke, Nährhefe und Trockenobst an. Hinter den Gehegen, vom Besucherbereich aus nicht sichtbar, füttert er jeden Affen einzeln mit einem Löffel durch die Gitterstäbe.

«Charlie, would you like to join us?», ruft Knott nach dem ältesten Orang-Utan-Männchen, das sich noch nicht zur Fütterung eingefunden hat. Er kennt alle Affen mit Namen, mit manchen spricht er deutsch, mit anderen englisch und hin und wieder auch niederländisch. «Nicht die Sprache, sondern die Stimme ist entscheidend», erläutert Knott, der gerne auf knackige Ausrufe aus fremden Sprachen zurückgreift.

Erst vor wenigen Wochen ist der zehnjährige Gorilla Viatu aus dem Baseler Zoo nach Frankfurt gekommen. Er ist der Nachfolger des Gorillas Matze, der im vergangenen August im Alter von 51 Jahren gestorben ist. Höflich hält Viatu die Hand auf, in die Knott ihm erst einen, dann einen zweiten Löffel Frühstücksbrei gibt. Zusätzlich zum «Müsli» bekommen die Gorillas Apfelstücke. Viatu fühlt sich im neuen Affenhaus sichtlich wohl, ganz im Gegensatz zu Dian. «Seit wir umgezogen sind, lässt sich Dian nicht mehr zur Fütterung separieren», sagt Knott.

Die Drills springen schon hektisch hin und her, als sich Knott mit dem Futtereimer nähert. «Bei den Drills geht es immer um Leben und Tod bei der Fütterung», sagt er mit Blick auf den Futterneid der Affen. Nicht jeden Tag findet die Fütterung in den Morgenstunden statt, um den Tieren Abwechslung zu bieten.

Als schließlich Tierärztin Geiger den Orang-Utan Sirih untersucht, stellt sie fest, dass die Affendame am Fuß verletzt ist. Gebrochen scheint nichts zu sein, deshalb rät die Veterinärin erst einmal zur Beobachtung. (ddp)

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