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Die Zoos in Norddeutschland wappnen ihre Tiere gegen frostige Temperaturen

Hannover (ddp-nrd). Sie werden Dickhäuter genannt, aber an den Ohren haben sie sehr dünne und empfindliche Haut: Die frostigen Temperaturen machen den Elefanten in Norddeutschlands Zoos zu schaffen, denn ihre Ohren sind bei Kälte nicht nur anfällig für Erfrierungserscheinungen, sondern auch für Entzündungen. Obwohl die Elefanten im Tierpark Hannover derzeit nur stundenweise ins Freie gelassen werden, cremen Tierpfleger die großen Ohren ihrer Schützlinge bei Bedarf auch schon mal mit Babyöl ein, wie Sprecherin Sabine Hagenmeyer erläutert.

Doch nicht nur die Elefanten müssen gegen die eisige Kälte gewappnet werden. Exotische Zoobewohner wie etwa Schimpansen, Pelikane oder Gorillas sind bereits seit Wochen in beheizten Winterquartieren untergebracht. Gazellen und Antilopen dürfen nur kurz an die frische Luft, denn auch sie könnten schnell Ohrenprobleme bekommen, sagt Hagenmeyer. Besonders gut haben es derzeit die Löwen, Geparden, Leoparden, Tiger und Erdmännchen. Denn sie können sich auch draußen einen warmen Pelz holen, wenn die fest im Gehege installierten Wärmeplatten eingeschaltet werden.

Im Tierpark Hagenbeck in Hamburg dürfen die Giraffen und Elefanten derzeit nur selten ins Freie. «Bei Glatteis besteht die Gefahr, dass sich die Tiere schnell ein Bein brechen», erklärt Parksprecherin Tanja Königshagen. «Das wollen wir natürlich vermeiden.» Anders sieht es bei den Pampashasen aus. Wie sonst dürfen sie sich auch im Winter frei im gesamten Park bewegen. Damit sich die Tiere zwischendurch aufwärmen können, haben Mitarbeiter kleine Häuschen mit Futter und einer Wärmelampe aufgestellt.

Auch im Zoo am Meer in Bremerhaven, wo vor allem Tiere aus kälteren Regionen und wasserbezogene Arten leben, wurden einige Vorsichtsmaßnahmen gegen die eisigen Temperaturen getroffen. «Die metallenen Bruthöhlen der Humboldtpinguine statten wir im Winter mit Holz aus, damit die Tiere nicht mit ihren Füßchen festfrieren», sagt Zootierarzt Joachim Schöne.

Selbst Tierarten, die frostige Temperaturen gewohnt sind, haben bei der derzeitigen Kälte ihr Verhalten geändert. «Die Seelöwen halten sich jetzt hauptsächlich im Wasser auf und gehen nur ganz kurz mal an Land, um zu fressen», sagt Schöne. «Schließlich sind sie nicht dumm und wollen nicht am Boden festfrieren.» Pudelwohl fühlen sich dagegen die Eisbären, Polarfüchse und Schneehasen im Zoo Osnabrück, die trotz Kälte durch ihre Gehege toben, wie Mitarbeiterin Ute Magiera sagt.

Probleme anderer Art erleben manche Bewohner des Vogelparks Walsrode. «Pelikane und Flamingos können gar nicht gegen die Kälte an», sagt Diplombiologe Stephan Bannas. «Würden wir sie draußen lassen, bekämen sie schnell Frostbeulen, die schlimme Infektionen nach sich ziehen können.» Mehr als die Hälfte der rund 4000 Vögel leben aber auch im Winter in Freigehegen und werden täglich von Tierpflegern begutachtet, so dass auch eine kurzfristige Behandlung gegen die Kälte möglich ist.

Weniger Probleme mit der Kälte haben die vorwiegend europäischen Tierarten des Tierparks Neumünster in Schleswig-Holstein. Die beiden Braunbären würden beispielsweise nur tagsüber ins Bärengehege gelassen, sagt Tierpark-Chef Peter Drüwa. Auch die zahlreichen Vogelarten wie beispielsweise die Ibisse dürfen bei Minusgraden nur stundenweise ins Freie. Die Krallaffen dagegen bleiben den ganzen Tag drinnen. (ddp)

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