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In Lübbenau eröffnet bundesweit das erste Spaßbad mit Pinguinen

Lübbenau (ddp-bln). Luft anhalten, abtauchen und schon kann man sie vor der eigenen Taucherbrille schwimmen sehen: Pfeilschnell schwimmen die fünf Humboldtpinguine an den Badegästen des Lübbenauer Spreeweltenbades vorbei. Wer lange genug die Luft anhält, kann sich sogar als Forscher fühlen. Beindruckende Beobachtungen der Schwimmkünste der kleinen Federtiere unter Wasser sind möglich. «Die Tiere sind ganz elegante Schwimmer und können unter Wasser bis zu 30 Kilometer pro Stunde schnell werden», sagt Sepp Müller über seine Schützlinge. Der 21-Jährige ist der Tierpfleger, der sich im Spaßbad um die Pinguine kümmern wird.

Auf die Idee mit den Pinguinen kamen die Lübbenauer bei einem internen Ideenwettbewerb. «Das alte Bad war von den vorherigen Betreibern stark runtergewirtschaftet. Also mussten wir uns dringend etwas einfallen lassen, um wieder Gäste zu locken», berichtet Sepp Müllers Chef, Axel Kopsch. Höhere Rutschen als im benachbarten Tropical Island seien dabei keine Alternative gewesen, sagt der verantwortliche Badleiter der Spreewaldwelten. Umfragen aus Zoos brachten die Lübbenauer schließlich auf die Idee mit den Pinguinen. «Die Tiere rangieren in der Besuchergunst auf dem zweiten Platz», sagt Tierpfleger Müller.

Also bauten die Lübbenauer ein Pinguinbecken. Für knapp eine Million Euro wurde der Bereich mit einem 1,70 Meter tiefen und 80 Quadratmeter großen Schwimmbecken sowie einem großzügigen Außenbereich mit sechs Brutplätzen eingerichtet. Bis zu 33 Humboldtpinguine können dort zukünftig leben.

Die Pinguine sind aber nur ein Teil der Sanierung. Insgesamt neun Millionen Euro flossen in das Bad mit einem 3000 Quadratmeter großen Wellnessbereich mit mehreren Saunen und einem türkischen Hamam. «Drei Millionen davon waren Fördermittel, der Rest kommt aus Mitteln der Stadt Lübbenau», erläutert Kopsch. Das Pinguinbecken kostete hingegen nur eine Million. «Die Salzwasseranlage war dabei das Teuerste. Davon gibt es in Deutschland nur zwei», berichtet Kopsch weiter.

Von der großzügigen Investition erhoffen sich die Spaßbadbetreiber natürlich künftig auch mehr Besucher. «Zwischen 650 und 700 Badegäste täglich sind unser Ziel», sagt Kopsch. Vor der Schließung im August waren es rund 480 Badegäste täglich.

Mit ihrem frisch sanierten Bad treten die Lübbenauer nun in den harten Wettbewerb mit 20 anderen Erlebnisbädern in Brandenburg ein. Das nur wenige Kilometer entfernte Tropical-Islands mit seinen 700 000 Besucher jährlich sehen die Lübenauer allerdings nicht als Konkurrenz. «Wir setzen hier gezielt auf das Publikum aus der Region», erläutert Kopsch.

Erwartungsgemäß ruft die Idee der Lübbenauer mit den Pinguinen auch Tierschützer auf den Plan. Laura Zimprich, Sprecherin des Vereins animal public wirft den Betreibern eine nicht artgerechte Haltung der Tiere vor. «In freier Wildbahn schwimmen Pinguine viel tiefer, um ihre Beute zu jagen», sagt sie über die Anlage und fügt hinzu: «Humboldtpinguine gelten in ihren Heimatgebieten in Chile und Peru als vom Aussterben bedroht. Weil sie aber nicht auswilderbar sind, muss laut EU-Richtlinien wenigstens ein sinnvoller Beitrag zum Artenschutz geleistet werden», sagt Zimprich. Im Falle von Lübbenau sieht sie allerdings ein ausschließlich kommerzielles Interesse an den Tieren. Sie kritisiert: «Dort werden die Pinguine als Geldreinbringer missbraucht».

Aus Sicht der Betreiber der Spreewaldwelten tut man hingegen alles, um den Bedingungen des Artenschutzes Rechnung zu tragen. «Die Pinguine werden zum Gegenstand von Forschungen. Außerdem ist geplant, dass Schulklassen von der Grundschule bis zum Gymnasium ihren Unterricht in den Spreewelten durchführen werden», sagt Steven Schwerdtner, Marketingbeauftragter des Bades. Zudem solle zukünftig ein Tierpfleger in Lübbenau ausgebildet werden. (ddp)

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