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Nürnberger Zoo will ersten Geburtstag des Eisbärenmädchens nicht feiern

Nürnberg (ddp-bay). Nicht einmal ein Geschenk wird Flocke bekommen. Wenn das Nürnberger Eisbärenmädchen am Donnerstag ein Jahr alt wird, ist das für Tiergarten-Vizechef Helmut Mägdefrau kein besonderer Tag zum Feiern. «Flocke weiß doch nicht, dass sie Geburtstag hat», sagte Mägdefrau am Dienstag. Er halte nichts von einer Vermenschlichung von Tieren.

Da war der Berliner Zoo vor wenigen Tagen doch etwas großzügiger. Der dortige von Menschenhand aufgezogene Eisbär Knut bekam zu seinem zweiten Geburtstag Trauben, Croissants und Lachs spendiert. Gereicht wurden ihm die Köstlichkeiten auf einem Jutekissen, auf dem der Name «Knut» und die Ziffer «2» geschrieben stand. Doch Mägdefrau bleibt eisern: «Flocke ist nicht Knut.»

Tatsächlich kam Flocke auch was die Popularität betrifft, nie an Knut heran. Stadt und Tierpark Nürnberg hatten große Vorbereitungen für erwartete Besucheranstürme getroffen. Ein extra Parkplatz wurde angelegt, Besuchertribünen aufgebaut. Doch die Begeisterung der Menschen für Flocke hielt sich in Grenzen.

Beim ersten öffentlichen Auftritt des Eisbärbabys am 8. April gab es zwar noch ein riesiges Medieninteresse mit Live-Übertragungen mehrerer Sender aus dem Tierpark, 430 Journalisten aus aller Welt beobachteten den herumtollenden Bären. Tiergartendirektor Dag Encke sagte damals verwundert: «Der Schiss eines Eisbären hat mehr Wind in die Nachrichtenkanäle gebracht als so mancher Wirbelsturm.»

Aber schon bald beruhigte sich die Lage. Zwar versuchten auch die Nürnberger Verantwortlichen das niedliche Fellknäuel marketingmäßig auszuschlachten - es gab Flocke als Plüschbär, auf Sweatshirts, Spielkarten, Tassen, Puzzles, Nachthemden und Fleece-Decken sowie als Klingelton mit Quiek- und Rufgeräuschen - doch anders als bei Knut in Berlin klappte das Ganze nicht so richtig.

Dabei bot das Schicksal des kleinen Eisbären durchaus genug Stoff für herzzerreißende Geschichten. Um zu verhindern, dass Eisbärenmutter Vera Flocke tötete, wurde das Tierbaby von den Tiergartenpfleger in Obhut genommen. Vera hatte zuvor ihr erst fünf Wochen altes Töchterchen überraschenderweise aus der Geburtshöhle getragen und mehrfach im Freigehege auf den Betonboden fallen lassen. «Ich hätte heulen können», sagte Zoodirektor Encke. Vier Pfleger kümmerten sich danach rund um die Uhr um das Eisbärjunge.

Bei Flockes vor wenigen Tagen geborenen Geschwisterchen soll nun alles besser laufen. Noch kümmert sich Mutter Vera in der Abgeschiedenheit ihrer Wurfhöhle fürsorglich um ihre beiden Neugeborenen. Die Zooverantwortlichen hoffen inständig, dass sie diesmal nicht eingreifen müssen. (ddp)

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